Aus meiner Sicht sollte erstmal genau definiert werden, was denn bedeuten soll, “im PVP und PVE spielbar sein”.
Spielbar ist ja grundsätzlich alles. Ich beziehe folgende Fragen mal auf den PVP-Aspekt, denn im PVE funktioniert “der” Tank ja gut und das in verschiedenen Variationen.
Soll der Tank im PVP länger überleben können?
Soll er mehr Schaden verursachen können?
Sollte das Bewertungssystem im OPR verändert werden, sodass der Tank und sein Dasein mehr Berücksichtigung findet (Menge eingesteckter Schaden=mehr Punkte)?
Soll der Tank mobiler werden, um andere Spieler am Weglaufen hindern zu können?
Sollte der Tank mehr Rüstzeug erhalten, um gerade gegen Fernkämpfer überlebensfähiger zu sein?
Es kommt halt darauf an, was man für eigene Vorstellungen hat, wie der Tank gestaltet werden soll, damit er als gut ausbalanciert gilt.
Einige wollen lediglich länger leben, mehr aushalten können, weil das ihrer Grundidee vom Tank nahe kommt bzw. entspricht, während andere wiederum auch guten Schaden austeilen wollen. Weitere wollen mehr Selbstheilungseffekte, oder mehr Mobilität.
Das klingt dann immer wieder mal nach der eierlegenden Wollmilchsau, nur muss einem bewusst sein, nicht explizit dem TE, dass jeder Spielstil Vor- und Nachteile haben muss. Man kann also nicht gegen jeden Spielertypen, gegen jede Waffenkombi gut aussehen, weil das meiner Vorstellung von “op” entsprechen würde.
In einem anderen Thread habe ich als Beispiel vom Stein-Schere-Papier-Prinzip gesprochen, aber nicht deshalb, weil das bei New World vorherrscht, oder ich das als sinnvoll erachte, sondern lediglich deshalb, um zu verdeutlichen, was aber den meisten bewusst ist, dass jede Waffe, jede Waffenkombo seine Schwächen hat, die von anderen, durch ihre Stärken, gekontert werden, egal, wie gut man selbst ist.
Zudem kommt es auch darauf an, wie man selbst agiert. Ein “Melee” mit GA/Hammer, der recht stupide und unflexibel, seine Fähigkeiten hämmert und ab und an mal ausweicht, wird andere Erfolge erzielen können, als jener, der sich des Kampfsystems und seiner Folgen bewusst ist, der weiß, wie er agieren muss, um nicht durch Animationen behindert zu werden, der sehr bewusst agiert, gerade weil er um die Stärken und Schwächen seiner Gegner und deren Waffen weiß.
Um ein guter Spieler zu sein, zu werden, müssen erstmal Grundvoraussetzungen geschaffen werden. Wie funktioniert das Kampfsystem im Detail, in jeglicher Hinsicht und was für Fähigkeiten, aktiv wie passiv, besitzen die einzelnen Waffen und welche Kombination könnte der Gegner besitzen, sodass in der Folge überhaupt erst ein Plan erfolgen kann, wie man gegen diesen am Besten vorgehen kann.
Jede Waffe, jede Waffenkombi selbst spielen, hilft ungemein, um das Verhalten der Gegner in gewisser Weise vorhersagen/vorausahnen zu können, weil man nicht nur um deren Stärken, sondern viel wichtiger, um deren Schwächen weiß, und dieses Wissen für sich nutzen kann.
Ich denke, wir sind uns einig, dass das aktuelle Kampfsystem seine Schwächen hat, aber auch, dass ein gutes/perfektes Balancing nicht zu erzielen ist, weil es das in meinen Augen gar nicht gibt, denn es wird immer Spieler geben, die mit einem Zustand unzufrieden sind, weil nicht jeder Bogen-, Eisstulpen-, oder GA/Hammerspieler denselben Spielstil pflegt, dieselben Fähigkeiten und Perks auswählt.
Da komme ich zu dem Punkt der Anpassungsfähigkeit bzw. überhaupt den Willen dazu zu besitzen, sich zu adaptieren. Ein Schwert/Schild-Spieler, der nur das spielen möchte, aber damit gegen jede Kombo eine gute Chance haben möchte, sollte sich überlegen, ob dies der logische Weg ist und wenn er das nicht kann, ob wirklich AGS derjenige ist, der was ändern sollte. Beharre ich stur darauf, dass AGS dafür zu sorgen hat, dass ich damit erfolgreich sein muss, oder versuche ich selbst einen Weg zu finden, erfolgreicher zu sein bzw. mehr Spaß zu haben, ganz egal mit welcher Zweitwaffe das auch der Fall sein möge, denn mit GA, Hammer, Lebensstab, Unheilstulpen etc. gibt es eine Vielzahl an Möglichkeiten.
Benutze ich die richtigen Fähigkeiten und Perks, um für die jeweilige Aktivität/Situation gut aufgestellt zu sein?
Besitze ich die situativ bestmögliche Fähigkeiten, Perks und die dazugehörigen Waffen und Rüstungen, oder erwarte ich mit suboptimalem Setup gute Ergebnisse?
Nur die eine, ultimative Lösung gibt es nicht.
Für mich ist dahingehend kein gutes/perfektes Balancing das Ziel, sondern das offensichtlich zu starke oder schwache Waffen angepasst werden, wenn das wirklich offensichtlich ist, also flächendeckend die Meinung vorhanden ist und nicht von einigen Spielern.
Auch, wenn das mittlerweile inflationär verwendet wird, aber dass eine Waffe bzw. Waffenkombo derart “op” bzw. “zu schwach” wäre, sehe ich aktuell nicht in dem Ausmaße, wie es zuweilen von einigen dargestellt wird. Einige sind stark, stärker bzw. schwächer als andere, klar, aber mMn noch im Rahmen.
tl;dr: Erstmal eine Definition erstellen, was der Tank können soll und was nicht, welche Stärken er haben sollte und welche Schwächen akzeptabel sind, denn erst dann kann man darüber diskutieren, was man ändern könnte/müsste.